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Pharmazeutische Reststoffe in Abwässern
Vorkommen - Gefährdungspotenzial - Techniken zur Eliminierung

Bremen 13.- 14. September 2004

Seit Mitte der 90er Jahre wird in der Presse aufgrund der stetig besser werdenden analytischen Bestimmungsmethoden immer öfter über die Detektion verschiedener pharmazeutischer Wirkstoffe sowie das Vorkommen von humanpathogenen Mikroorganismen in Oberflächen-, Bade-, Grundwässern und sogar in Trinkwasseraufbereitungsanlagen berichtet. Die Ursache des Problems ist im Wesentlichen in den Einträgen durch Krankenhäuser und Haushalte in die kommunalen Klärsysteme sowie der durch die Landwirtschaft/Veterinärmedizin im freien Zulauf verursachten Einträge in die Gewässer zu sehen.  

Mit Sorge beobachten Mediziner weltweit die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen herkömmliche Antibiotika. Auch in den Industrieländern nehmen Infektionskrankheiten wieder zu, während gleichzeitig die Mittel dagegen an Wirksamkeit verlieren. Die nachhaltige Produktion von Pharmaka, einschließlich der Forschung und Entwicklung innovativer, effektiverer Arzneiformen mit kontrollierter Wirkstofffreigabe, gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.  

Um ebenfalls die Verbreitung pharmazeutischer Reststoffe in Abwässern, Oberflächengewässern und Trinkwasser einzuschränken und damit einen nachhaltigen Schutz der Wasserressourcen zu gewährleisten, bedarf es geeigneter Wasser-/Abwassertechniken zur Vermeidung, Abtrennung und/oder Eliminierung von pharmazeutischen Reststoffen.  

Beim 9. Bremer Colloquium Produktionsintegrierte Wasser-/ Abwassertechnik 2004 stehen die „Pharmazeutischen Reststoffe in Abwässern“ im Zentrum des Interesses. Das Vorkommen pharmazeutischer Reststoffe in der Umwelt, deren Gefährdungspotenzial sowie Entwicklungen neuer Techniken zur Eliminierung sollen einem weiten Kreis von Teilnehmern aus den Bereichen Produktion, Planung und Anlagenbau, Behörden und Wissenschaft vorgestellt werden.

(Der zugehörige Preprint-Band kann bei uns bestellt werden - Bestellung)

Einführung
Ergebnisse des BLAC-Untersuchungsprogramms
Dr. U. Rohweder, Dr. P. Friesel
Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg

Aktuelle Entwicklungen bei der Risikobewertung von Arzneimitteln
Dr. M. Kolossa-Gehring
Umweltbundesamt Berlin


Gefährdungspotenzial
Sorption an Klärschlamm - Risiken im Kreislauf
Prof. Dr. W. Klein, Dr. K. Hund-Rinke
Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie - IME, Schmallenberg

Vorkommen und Relevanz von Arzneimittelrückständen im aquatischen System urbaner Räume
M. Adam1, PD Dr. T. Heberer2
1) Institut für Lebensmittelchemie, TU Berlin
2) Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin

Biologische Gefährdungen - Anforderungen der Biostoffverordnung (BioStoffV)
Dr. U. Schies
Tiefbau-Berufsgenossenschaft, München

Biologische Gefährdungen bei der Abwasserbehandlung
Dr. C. Ernst
Gemeindeunfallversicherungsverband (GUVV), Westfalen-Lippe


Nachweis und Bewertung
Bewertung von pharmazeutischen Reststoffen in der Umwelt
Dr. G. Lücke-Brunk
Bayer-AG Corporate Center, Leverkusen


Vorkommen und Ausbreitung der Antibiotikaresistenz in der aquatischen Umwelt
Dr. W. Kohnen
Abteilung für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Mainz

Gesundheitliche und hygienische Bewertung von pharmazeutischen Reststoffen im Trinkwasser
Prof. Dr. H.H. Dieter
Umweltbundesamt Berlin

Analyse von Antibiotika-Resistenzplasmiden aus kommunalen Abwasserkläranlagen
A. Schlüter, R. Szczepanowski, T. Tennstedt, Prof. Dr. A. Pühler
Universität Bielefeld, Genetik


Abwasserreinigung - Biologische Verfahren
Eliminierungsverhalten von Pharmaka auf Kläranlagen und Effizienz weitergehender Behandlungsstufen
Prof. Dr. J.W. Metzger, Dr. B. Kuch, C. Schneider, Dr. J. Krampe, C. Schrader
Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte u. Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart

Analyse des mikrobiellen Abbaus von organischen Spurenstoffen in Anlagen zur Abwasserbehandlung - Schicksal hormonell wirksamer Substanzen in bewachsenen Bodenfiltern
Prof. Dr. M. Kästner, J. Müller, U. Kappelmeyer, H. Richnow, G. Vacca, P. Kuschk
UFZ-Leipzig-Halle GmbH

Elimination estrogener Stoffe bei der kommunalen Klärschlammbehandlung
M. Gehring, L. Tennhardt, D. Vogel, D. Weltin, Prof. Dr. Bilitewski
Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten, TU Dresden


Abwasserreinigung - Bio-/Membranverfahren
Möglichkeiten der Membranbioreaktor-Technologie hinsichtlich der Eliminierung endokrin wirksamer Substanzen aus Abwasser
S. Lyko, T. Wintgens, Prof. Dr. T. Melin
Institut für Verfahrenstechnik, RWTH Aachen

Weitergehende Reinigung von Kläranlagenabläufen mit getauchten ZeeWeed-Membranen - Großechtnische Anwendungsbeispiele in Kommune und Industrie 
P. Küppers, Dr. M. Brockmann, Dr. P. Ohle
ZENON GmbH, Hilden

Entfernung von Spurenschadstoffen aus Abwasser mittels Nanofiltration am Beispiel endokrin wirksamer Substanzen
F. Salehi, M. Gallenkemper, Prof. Dr. T. Melin
Institut für Verfahrenstechnik, RWTH Aachen


Abwasserreinigung - Oxidative Verfahren
Ozonung und kombinierte Oxidationsverfahren - Techniken zur Eliminierung von Pharmaka in Abwässern
Dr. J. Mielcke, Dr. A. Ried, M. Kampmann
WEDECO Umwelttechnologie GmbH, Herford

Übersicht über photokatalytische Verfahren zur Aufbereitung hochreiner Wässer
D. Hufschmidt, M. C. Hidalgo, D. Scheffler, Prof. Dr. D. Bahnemann
Institut für Technische Chemie, Universität Hannover

AOX-Elimination in Massenströmen durch Elektronenstrahltechnologie
Dr. T. Köckritz Umweltbiotechnologie, Ahrensbök

Integrierte elektrochemische Prozesswasseraufbereitung
V. Linke-Wienemann, Dr. M. Baune, Prof. Dr. J. Thöming
Institut für Umweltverfahrenstechnik, Bremen
 

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